Ankommen
Shownotes
"Ankomnen in unserer Gesellschaft" - kaum ein Thema ist für Geflüchtete wichtiger.
Khalid Ghalyoun ist 2015 allein aus Syrien nach Deutschland geflüchtet und hat seitdem viele Erfahrungen mit Integration, dem deutschen Arbeitsmarkt sowie den Herausforderungen und Chancen des Ankommens gesammelt.
Im Gespräch mit Gulistan Vural, Koordinatorin des Laien-Sprachmittlerpools im Kommunalen Integrationszentrum des Ennepe-Ruhr-Kreises, berichtet er über seine Erfahrungen
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00:00:04: Ein
00:00:15: Podcast vom Kommunalen Integrationszentrum des NP-Ruhkreises.
00:00:21: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von Integration hörbar machen.
00:00:25: Mein Name ist Glystam Wurald und ich bin für die Projekte Leinsprachmittler Pool & Väterarbeit im Kommunalen Integrationszentrum des Innepirurgreises zuständig.
00:00:32: Dort erlebe ich jeden Tag, wie komplex das Thema Integration ist Von den bürokratischen Hürden bis hin zu den großartigen Erfolgsgeschichten wenn Menschen hier wirklich ankommen.
00:00:42: Genauso eine Geschichte wollen wir uns heute näher anschauen.
00:00:45: Wie wird man uns heute einem Thema, das aktuelle Akommen sein könnte?
00:00:48: Im Weg von Geflüchteten in unsere Gesellschaft und den Arbeitsmarkt!
00:00:52: Unser heutiger Gast ist jemand der diesen Weg selbst gegangen.
00:00:56: Er flüchtete aus Syrien nach Deutschland und hat seitdem eine beeindruckende Reise durch das Asylverfahren, den deutschen Arbeitsmarkt unschließlich bis hin zum eigenen ehrenamtlichen Engagement hinter sich.
00:01:09: Herzlich willkommen!
00:01:10: Ich freue mich sehr dass Sie heute hier sind.
00:01:12: Vielen lieben Dank für die Einladung.
00:01:14: Fangen
00:01:14: wir mal ganz von vorne an.
00:01:16: in der Politik wird oft Sehr technisch über Migrationssteuerungen oder Obergrenzen debattiert.
00:01:21: Dabei vergessen wir manchmal, dass dahinter ein fundamentales Menschenrecht steht und zwar der Schutz für Krieg und Verfolgung.
00:01:28: Herr Galune sie kamen in Deutschland an In einem Jahr das viele noch mit den Bildern von Menschen am Bahnhof verbinden die Geflüchtete mit Applaus begrüßt haben.
00:01:38: Deshalb würde ich gerne mit der Frage beginnen ob Sie diesen Moment damals noch selbst erlebt hatten.
00:01:43: Ich habe es tatsächlich leider nicht erleben dürfen und können in den Medien gesehen, als ich noch im Ausland war.
00:01:50: Und das war ehrlich gesagt der Grund warum mich dafür entschlossen habe auf dem Weg zu machen alleine wie sich schon gesagt haben und ich sage es nochmal bewusst damit man mit diesem Wort auch mehr als tausende Sätze sagen kann und zwar allein ohne Familie, ohne Sprache, ohne Orientierung aber mit einem Herzen was nicht aufgegeben hat.
00:02:13: Ich sage es jetzt nicht um Mitleid zu bekommen.
00:02:15: Ich bin auch hierhin gekommen, weil ich ja auch glaube das Geschichten Brücken bauen können und hinter dem Wort auch Geflüchtete.
00:02:21: Nicht nur ein Thema steht sondern einen Mensch mit Würde, mit Angst, mit Träumen und mit viel Hoffnung hierhingekommen ist.
00:02:29: Und Flucht ist nicht das Verlassen eines Landes.
00:02:33: Flucht is wirklich das Verlieren eines ganzen Lebens!
00:02:36: Manchmal beginnt das Leben jetzt... Nicht mit einer Entscheidung, sondern wirklich mit einer Flucht.
00:02:41: Wie in meinem Fall das gekommen ist.
00:02:43: Wenn man sich die erste Phase nach ihrer Ankunft anschaut... Sie sagten ja wohin selbst?
00:02:48: Wie ist es eigentlich wenn man in ein völlig fremdes Land kommt ohne Familie, ohne Sprache, ohne Orientierung?
00:02:54: Was waren da ihre allerersten Schritte in diesen ersten Tagen?
00:02:57: und oder was war überhaupt der erste Kontaktperson?
00:03:00: Es
00:03:00: war leider keine Kontaktstellen da!
00:03:02: Wir hatten versucht immer die Menschen, die im Flüchtlingsheim gearbeitet haben zu fragen wie geht's weiter?
00:03:07: Selbst Sie wussten es nicht und Orientierung steht für mich wirklich an erster Stelle.
00:03:12: Es ist vielleicht genauso wichtig wie ein Dach über dem Kopf, weil wir angekommen sind und orientierungslos waren.
00:03:18: Wir dachten dass der Prozess einfach systematisch automatisch durchgeführt wird Weiß aber nicht.
00:03:25: Selbst die Mitarbeiter vor Ort haben gesagt, wir wissen es gar nicht.
00:03:28: Ihr müsst einfach warten und in der Realität war das wirklich mit einem sehr langen Warten verbunden.
00:03:34: Gab es denn während des Verfahrens auch Momente, in denen Sie sich besonders unterstützt gefühlt haben?
00:03:38: Die besondere Unterstützung kam von Menschen, die vor Ort waren, weder von Geflüchteten, die für uns nach Deutschland gekommen sind oder von Menschen ehrenamtlich engagiert haben.
00:03:51: Und diese Ehrenamtliche hatten uns richtig gut geholfen, insbesondere in Schwellen als ich nach Schwellem zugewiesen worden bin.
00:03:58: Diese Willkommensinitiative hat uns sehr viel Hilfe angeboten damals und an dieser Stelle einen großen Dank an allen Menschen ohne Namen nennen zu wollen damit niemanden vergesse.
00:04:08: Sie haben uns herzlich empfangen.
00:04:10: die haben mit uns gearbeitet.
00:04:12: teilweise hatte man das Gefühl gehabt dass sind Familienglieder.
00:04:15: sie sind aber auf einem anderen Boden vor geboren extra dort geboren worden und der Gott hat uns da hingeschickt, damit wir bei diesen Menschen landen.
00:04:24: Ich bin – was das angeht – emotional sehr geladen weil diese Menschen auch eine große Rolle daran beigetragen haben aus meinem Leben das zu machen, was ich heute Tage bin.
00:04:33: Ich habe natürlich meine Eigenleistung, ich wollte es aber ohne dieser ehrenamtliche Unterstützer wäre das Leben noch schwerer, was ja auch selber sehr sehr schwierig
00:04:42: ist.".
00:04:42: Sie haben sich hier auch ehrenamtlich engagiert.
00:04:45: Unter anderem im neuen Sprachmittlerpolis eine Progekreise ist und das bedeutet, dass sie für andere Geflüchtete gedolmetscht und in Gesprächen zwischen Behörden- und Beratungsstellen übersetzt haben.
00:04:56: Wie kam es eigentlich dazu?
00:04:57: Dass sie sich für diese Ehrenamtliche Tätigkeit entschieden hat.
00:04:59: Davor im Flüchtlingsheim, damit ich die Sprache auch lerne habe ich geputzt.
00:05:03: Ich bin zu den Security's hingegangen hab denen gesagt Leute ich will deutlich sprechen Menschen, die mit euch putzen oder Gartenarbeit machen und so weiter und so fortgibt mir irgendeine Aufgabe.
00:05:14: Ich will aber unter euch bleiben bzw.
00:05:16: mit euch sprechen.
00:05:17: ich bin ein gesprächiger Person.
00:05:20: das hat mir auch geholfen dass der englischen Sprache mächtig bin, dass ich überhaupt den ersten Kontakt mit dem Menschen auch durchführen kann.
00:05:31: Da war dieses Eis ein bisschen gebrochen für mich und das hat es mir noch leichter gemacht die Sprache zu lernen.
00:05:36: Dann sagten sie wir können dir aber keinen Durchfall bringen, wir sind keine Lehrer.
00:05:40: Ich weiß selber was ich genau brauche dann habe ich denen Sätze auf Englisch gesagt weil manche von denen gut Englische sprachen hab gesagt bringe mir das und das um das bei!
00:05:52: Das hat mir richtig gut geholfen.
00:05:54: und danach diese ehrenamtliche Arbeit, die mir auch viele Wege geöffnet hat aber auch mehr viel Wissen gegeben hat.
00:06:01: Durch jede Übersetzung ist man ja auch schlauer geworden.
00:06:04: Man sieht Fälle, die man vorhin nicht kannte oder nicht persönlich erlebt hat und diese Erfahrung gemacht zu haben war für mich sehr
00:06:11: bereichernd.".
00:06:12: Ein riesiger Meinstein für das Ankommen ist vor allem auch die Erwerbstätigkeit.
00:06:16: Und wenn wir uns die Zahlen anschauen wird klar ohne Menschen wie Sie würde es auf dem deutschen Arbeitsmarkt sehr düstener aussehen.
00:06:23: Besonders Menschen aus Syrien haben in den letzten Jahren enormes Gleiste.
00:06:27: Die Beschäftigungskute steigt steil an Und über die Hälfte arbeitet bereits als Fachkraft oft genau dort, wo auch dringend Personal gesucht wird.
00:06:36: Und Sie Herr Galjun?
00:06:37: Sie sind ein tolles Beispiel für diesen Erfolg denn sie gehören zu den Menschen, die relativ schnell im deutschen Arbeitsmarkt Fuß gefasst haben.
00:06:44: Wie haben Sie das geschafft und welche Schritte oder Entscheidungen waren dafür besonders wichtig
00:06:49: Die Arbeit in Deutschland zu bekommen bzw eine Arbeit anzufangen?
00:06:54: es ist wirklich schwierig.
00:06:55: Man muss Kontakte haben, man muss auch das System verstehen.
00:06:58: Ein Lebenslauf zu schreiben war für mich in meinem Land überhaupt nicht gang und gäbe.
00:07:03: Man hat die Türen geklauft, man hat gesagt hier ich bin da, wollt ihr einen netten Mann?
00:07:08: Wollt ihr überhaupt fleißigen Menschen?
00:07:10: Ich bin für euch da!
00:07:11: Ich mach dies und jenes und kann dies und Jenes.
00:07:12: Dann wird ein großes Gespräch geführt.
00:07:14: Man macht eine bis drei Tage Probearbeit und dann fängt mal mit der Arbeit an.
00:07:18: Hier in Deutschland ist das System ganz anders.
00:07:20: es ist schwer sehr kompliziert und belastend, beängstigend vor allem weil das für uns eine ganz neue Sache ist.
00:07:29: Für neue Einkommlinge Und ich bin von Stelle zu Stelle hingelaufen, hingegangen.
00:07:34: Ich habe Ehrenamtlichen gefragt wie man ein Lebenslauf überhaupt?
00:07:37: Ich müsste mit dem Wort überhaupt so echt kommen Was ist ein Lebenslauf?
00:07:40: Dann hab' ich was geschrieben.
00:07:42: Ich bin zu meinem deutschen ehrenamtlich Helfer hingegahren Hab gesagt kannst du mir helfen?
00:07:46: und dann wurde mir ja klar Nur so bekommt man einen Job, ging zum Jobcenter hingegauen.
00:07:52: Ich will mich bewerben, welche Unterstützung gibt es?
00:07:55: Und das hat mir tatsächlich gefällt.
00:07:58: Wenn man nicht aktiv gefragt hat damals hätte man dieses Wissen nicht bekommen dass man Maßnahmen bekommt die einem helfen und dabei unterstützen Lebenslauf zu erstellen.
00:08:08: Bewerbungsunterlagen auch einem zeigen wie ein Jobsucher geht.
00:08:12: Man klingelt hier an der Tür und sagt ich bin da ich will arbeiten sondern man muss einen eine Bewerbung online einreichen und so weiter.
00:08:21: Das waren alles Hörden für einen Mensch, der sich mit dem System noch nicht auskennt.
00:08:26: Für mich ist die Arbeit oder der Punkt, die Arbeit aufzunehmen war der Punkt wo ich mich selbst verwirklichen könnte.
00:08:32: Die Integration war für mich eine Chance und nicht eine Pflicht, wo ich unbedingt mich beweisen muss für andere sondern dieses Beweisen war für mir selbst Und das habe ich gebraucht!
00:08:40: Das hat mir auch sehr gut geholfen mein Weg in Deutschland besser zu erkennen und mich ja auch zu entwickeln.
00:08:47: Herr Galun, zum Schluss würde ich noch gerne fragen was denn Ihre Botschaft an unsere Zuhörerinnen und Zuhöhrern wäre wenn es um das Miteinander in unserer Gesellschaft gilt?
00:08:57: Was braucht es Ihrer Meinung nach damit dass Zusammenleben und die Integration besser funktionieren könnte?
00:09:03: Wir sollen miteinander sprechen nicht übereinander.
00:09:07: Uns bitte die Chance, uns zu beweisen für uns selber und für Menschen die neu angekommen sind.
00:09:14: macht weiter wie ihr das gemacht habt.
00:09:15: Arbeit geht arbeiten lernt die Sprache und hört nicht auf.
00:09:20: Es ist schwer es ist aber nicht unmöglich Und wie ich das geschafft habe und tausende andere das geschafft haben könnt ihr auch schaffen.
00:09:27: Für diejenigen die hier sind Integration ist keine Einbahnstraße.
00:09:31: Integration braucht wirklich Offenheit, Akzeptanz vor allem, Respekt und keine Vorurteile.
00:09:37: Bitte redet mit uns und redet nicht über uns!
00:09:40: Die Menschlichkeit verbindet Herzen.
00:09:43: Vielen Dank Herr Galiun für Ihre Offen- heit und diese wertvolle Einblick in ihre Geschichte Und an Sie liebe Zuhörerinnen und Zuhürer vielen dank fürs Einschalten.
00:09:51: Vielleicht nehmen wir uns für die nächste Begegnung im Alltag ein Stück von der Offenheid mit über die wir heute gesprochen haben Bis zum nächsten Mal bei Integration Hörber machen.
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